Alles wieder gut (Kapitel 15)

Richard wurde wach. Was war das? Ein rascheln und knistern. Richard richtete sich erschrocken auf.
Wollte Julius nicht Wache halten, dachte er beunruhigt.
Nein Julius pennt. Oh Mann.
Aber was ist das? Das rascheln wurde lauter und lauter. Ah, es kommt näher. Richard vernahm das Geräusch links von sich. Ängstlich kroch er nach rechts. Er lauschte. Auf einmal sprang ihn was an.
„Ahhh!“, schrie er erschrocken. Das Etwas schleckte sein Gesicht ab. Anne und Julius, die von dem Schrei aufgewacht waren, sahen ihn entgeistert an.
Erst jetzt erkannte er, wer da vor ihm saß.  
„Tim?“, stellte er verblüfft fest.  
Da kam auch Lucky aus dem Gebüsch gesprungen und bellte fröhlich „Wau, wau, wau.“
Da näherte sich den dreien noch jemand oder etwas.
„Anne? Richard? Julius?“, fragte eine ihm bekannte Stimme.
„George?“, fragte Julius.
Aber statt Georges Kopf, erschien Sammys Kopf in der Hecke.
„Ahhh!“, schrien nun alle Geschwister erschrocken.
Da tauchte auch Georges Kopf auf.
„Ha, ha, ha.“,  lachte sie. „Ihr müsstet euch mal sehen. Wie bleiche Totenköpfe seht ihr aus.“
„Ja, ja. Sehr witzig.“, sagte Julius beleidigt. „Was machst du denn hier?“  
„Euch suchen, was sonst.“, erklärte George.
„Ihr wart um acht noch nicht zu Hause. Da hat meine Mutter sich Sorgen gemacht. Also hab ich mich mit Sammy, Tim und Lucky auf den Weg gemacht und schließlich hab euch ja gefunden.“
„Sag, mal. Wie spät ist es eigentlich?“, fragte Richard.
„Um elf. Ich durfte drei Stunden hier im Wald verbringen und das auch noch ohne Abendbrot. Habt ihr vielleicht noch was?“, antwortete George mit einer Gegenfrage. Ihr Bauch knurrte.
„Ja, hier. Das haben wir für dich aufgehoben.“, sage Anne und überreichte George das kleine Päckchen.  
„Danke.“
George nahm sich eins der Brote und biss hungrig hinein. Zwei weitere der Brote warf sie Tim und Lucky zu, die sie schmatzend fraßen.
„Hab ich euch kein Benehmen beigebracht?“, fragte George lächelnd und sofort fraßen die beiden ganz ordentlich. Dann nahm George drei weitere Brote und gab sie Anne, Richard und Julius, die die Brote zuvor hungrig angestarrt hatten.
„George, das können wir doch nicht annehmen. Dann hast du selbst doch nichts mehr.“, meinte Richard entschieden.
„Doch, doch. Nehmt ruhig. Ich hab ja noch eins. Und, schließlich sind wir doch Freunde, oder?“, erwiderte George lächelnd. „Tut mir leid, dass ich so böse zu euch war. Aber ich war einfach stink sauer, dass ihr einfach gehen wollt. Schließlich müssen wir den Schatz noch finden. Wenn ihr weg seid, hab ich keine Chance mehr. Die Verbrecher haben gesagt, dass man mir nicht mehr glauben wird und dann wollen sie sich aus dem Staub machen.“, erklärte sie.  
„Wir werden nochmal mit unseren Eltern reden, George.“, meinte Julius.
Er verstand George. Sie wollte nicht alleine da stehen und den Schatz könnten sie und ihre Eltern ganz gut gebrauchen.
„Echt?! Ihr wollt wirklich noch bleiben.“, George war fassungslos.
Solche Freunde hatte sie sich nicht mal im Traum vorstellen können. Vor Freude warf sie sich erst um den Hals von Julius, dann um den von Richard und als letztes noch um Annes.  
„Danke.“, sagte sie.  
„Müssen wir nicht los?“, fragte Richard, als sie aufgegessen hatten.
„Ja. Stimmt. Aber Sammy kann uns nicht alle tragen.“, meinte George verzweifelt, sie wollte Sammy nicht einer solchen Last unterwerfen.
„Wir haben doch unsere Räder.“, sagte Richard schnell.
„Aber meins hat einen Platten.“, warf Anne ein.     
„Richard und ich können mit unseren Rädern die Straße entlang fahren. In der Zeit nimmst du Anne und Tim mit. Lucky passt am besten auf uns auf, damit wir uns nicht verfahren. Ihr holt ein Auto und holt uns dann ab. Das Rad von Anne nehmen wir schon irgendwie mit.“, erklärte Julius seinen Plan.
Die anderen Kinder stimmten ihm zu. George half Anne auf Sammys Rücken und sprach dann zu Lucky „Bleib brav bei Julius und Richard. Pass auf sie auf, wenn sie sich verfahren, müssten wir nochmal den ganzen Wald durchkämmen und das wollen wir ja nicht. Also pass brav auf die beiden auf.“, und an Julius gewandt „Julius hilfst du mir mal beim aufsitzen.“
Julius half ihr gerne. George riet Anne noch, sich an ihr festzuhalten und trabte los.
Nach ein paar Minuten, als Anne sich ans reiten gewöhnt hatte, fragte George „Meinst du, wir können galoppieren?“
„Ja, lass es uns versuchen. Dann sind wir schneller da.“, war die Antwort. Tim jaulte kurz, um zu zeigen, dass er rennen wollte.
Also galoppierte George vorsichtig an. Sammy hatte zum Glück einen sanften, schönen Galopp, sodass Anne keine großen Probleme damit hatte sitzen zu bleiben, auch wenn der Sattel nicht da war. Hin und wieder rutsche sie ein bisschen, aber zum Glück saß George vor ihr, so konnte sie sich schnell festhalten.
„Geht’s noch?“, fragte George als sich Anne mal wieder an sie festkrallte.  
„Ja. Ich bin noch nie Sammy geritten.“, antwortete Anne.
„Gewöhn dich bloß nicht dran. Es ist nämlich auch das letzte Mal für dich.“, sagte George mit Trotz in der Stimme.   
„Warum denn?“
„Weil er mein Pferd ist.“  
„Bei Tim und Lucky sagst du dass gleiche.“
„Wenn es nun mal stimmt. Und hör jetzt auf damit. Sonst setzt ich dich gleich hier ab und reite zu meinem Schiffswrack, so wie ich es eigentlich …“, plötzlich verstummte George, sie hatte eins ihrer Geheimnisse ausgeplaudert.
„Schiffswrack? Du hast ein Schiffswrack?“, fragte Anne neugierig.
George hatte ihr und ihren Brüdern so viel verschwiegen. Und glauben tat sie ihr jetzt alles. Die Insel gehörte ja auch ihr.
Aber George ging nicht darauf ein. Sie sagte den Rest des Weges kein Wort mehr, soviel Anne sich auch bemühte noch etwas aus ihr raus zu kitzeln. Als George das Felsenhaus von weitem sah parierte sie durch zum Trab. Am Felsenhaus angekommen ging Sammy schon Schritt, blieb auf Georges Kommando stehen und Anne stieg ab. George aber blieb sitzen.  
„Sag Fanny Bescheid, Anne. Ich bring Sammy noch zum Reiterhof und verwöhne ihn noch ein bisschen. Es war viel zu anstrengend für ihn, die ganze Zeit beritten zu werden.“, erklärte George und trabte vorsichtig an.
Sie wollte Sammy nicht überanstrengen. Insgeheim tat sie es aber nur um Annes weiteren Fragen auszuweichen. Es war schon halb zwölf, als George am Reiterhof ankam. Sie stieg ab und nahm Sammy die Trense ab. Sie band ihn wieder an und brachte die Trense in die Sattelkammer zurück. Dabei holte sie gleich Sammys Putzzeug. Sammy genoss den Großputz sehr, denn wie George gesagt hatte, war er vom ganzen Reiten müde.
Dann brachte George Sammy noch zum Duschplatz und wusch ihm den Schweiß aus dem Fell. Am Ende trocknete sie ihn noch gründlich ab und gab ihm Leckerlis. Sie klopfte Sammy den Hals und brachte ihn zur Koppel, wo er sich nochmal zu George umdrehte und sich mit einem Wiehern verabschiedete, bevor er gleich zu seinen Pferdefreunden trabte.
George sah ihm nach, holte dann aber doch ihr Fahrrad, als sie die Müdigkeit überfiel. Schnell fuhr sie nach Hause, es war bereits um zwölf. Als sie ins Haus trat war alles still. In der Küche fand sie einen Zettel wo drauf stand:

Liebe George.
Wir sind schon im Bett. Julius, Richard und Lucky sind sicher zu Hause angekommen. Lucky wartet in deinem Zimmer auf dich und hat sein Abendbrot schon bekommen. Die Fahrräder sind auch im Schuppen gelandet. Ich habe noch mit den Eltern von Anne, Richard und Julius gesprochen. Die drei dürfen noch ein paar Tage länger bleiben, den Rest der letzten Ferienwoche verbringen sie dann aber bei ihren Eltern. Ich hoffe du hast dein Pferd ordentlich verwöhnt, für diesen anstrengenden Tag.  
Gute Nacht mein liebes Kind.

Fanny

Bevor George zu Ende gelesen hatte, kam auch schon Lucky runtergelaufen. Er begrüßte sein Frauchen schwanzwedelnd und beschnupperte Tim, der zurück schnüffelte.
„Kommt lasst uns gehen. Ich bin todmüde und möchte schlafen.“, meinte George und gähnte kräftig.
„Äh, bevor ich‘s vergesse. Tim, hier, dein Fressen.“, meinte sie und holte das Futter für Tim, der es begierig fraß.  
Vorsichtig gingen die drei Freunde hoch. Im Bad putzte George sich ihre Zähne, wobei sie fast einschlief. Sie wusch sich auch gründlich das Gesicht, bevor sie sich umzog und im Bett verschwand.
George gähnte noch „Gute Nacht“ und war auch schon eingeschlafen.

© by George28

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Kommentare: 3
  • #1

    Hannes (Samstag, 23 März 2013 15:08)

    Warum schreibt Fanny 'Tante Fanny' wenn sie an George schreibt? Fanny ist doch Georges Mutter.
    Der Rest war aber super, wie immer! :)

  • #2

    George28 (Samstag, 23 März 2013 15:25)

    Danke für die Verbesserung, ist mir gar nicht aufgefallen. =)

  • #3

    Wickie (Sonntag, 22 Juni 2014 15:54)

    weiter so!: )

Ich bin KEINER der Fünf Freunde Schauspieler, nur ein Fan!



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