Ich dachte wir sind Freunde! (Kapitel 14)

Tante Fanny saß am Küchentisch und schien in Gedanken versunken als die sechs Freunde eintraten.

„Sind wieder da.“, rief George fröhlich.

Fanny erschrak und sprang auf. Dann begriff sie, dass die Kinder wieder da waren und ging in den Flur. Sie hatte eine schreckliche Nachricht zu überbringen. 

„Hallo Kinder. Julius, dein Vater hat angerufen.“, sagte sie. 

„Echt. Und wie ist es in Amerika?“, fragte er erfreut. 

Erst jetzt sah er Tante Fannys traurigen Gesichtsausdruck. 

„Mutter. Was ist los?“, fragte nun George, aufs schlimmste gefasst. 

„Dein Vater, Julius, hat gesagt dass sie früher nach Hause kommen mussten. Jetzt möchten er und deine Mutter den Rest der Ferien mit euch verbringen.“, rückte Tante Fanny nun endlich mit der Wahrheit raus. 

„Was?!“, sagten die vier Kinder im Chor.

„Aber wir wollen gar nicht nach Hause.“, erklärte Richard betroffen.  

„Tut mir leid, meine Lieben. Aber es ist alles schon abgesprochen. Ihr drei sollt morgen früh den ersten Zug nach Hause nehmen.“, sagte Tante Fanny.

Die vier Kinder beschlossen, dass sie oben in Georges Zimmer alles noch mal besprechen sollten. So gingen sie nach oben. George ging als erstes in ihr Zimmer und die anderen folgten ihr. Anne, Richard und Julius sahen sich neugierig Georges Zimmer an. George setzte sich auf ihr Bett. Anne setzte sich neben sie und die Jungs blieben stehen.

„Cooles Zimmer.“, stellte Richard fest, um vom eigentlichen Thema abzulenken.

„Ihr wollt doch nicht wirklich gehen, oder?“, fragte George gereizt und stand auf.  

„Na ja. Wir haben wohl keine andere Wahl.“, meinte Julius. 

„Klasse. Ihr seid meine ersten Freunde und wollt mich einfach hängen lassen!“, sagte George wütend und boxte heftig gegen den Sandsack. 

Sie trat zur Tür und wollte gehen.  

„George, warte doch mal.“, setzte Richard und hielt sie fest. 

„Und ich dachte, wir wären Freunde!“ Damit befreite sich George ruckartig aus Richards Griff und lief aus dem Haus. Tim und Lucky folgten ihr schnell. 

„Ich hab’s sowieso leid, mit deinen ganzen Alleingängen!“, schrie Julius ihr hinterher. Dafür wurde er von Richard und Anne geschubst. „Was ist denn, stimmt doch.“, sagte Julius beleidigt. 

„Ja und Nein! Du hast sie doch nur noch wütender gemacht. Wir sind Freunde, schon vergessen.“, erwiderte Anne. 

„Die hat doch die Freundschaft aufgehoben.“, setzte Julius dagegen. 

George holte währenddessen ihr Rad und fuhr davon, mit Tränen in den Augen.

„Los. Wir müssen packen.“, kommandierte Richard, nachdem alle George noch einmal hinterher gesehen hatten. Die Geschwister machten sich also ans packen. Tante Fanny half ihnen. 

„Warum ist George denn weggerannt?“, wollte sie wissen.  

„Sie ist enttäuscht, dass wir fahren.“, erklärte Anne betrübt.

„Ah ha. So kenne ich sie. Wenn sie enttäuscht ist oder sie etwas bedrückt, haut sie immer ab.“, sagte Tante Fanny.

Als alles zusammen gepackt war ging Tante Fanny aus dem Zimmer der Geschwister.

„George tut mir leid.“, brachte Anne endlich hervor. 

Vor Tante Fanny wollten sie nicht darüber reden.  

„Mir auch.“, stimmte Julius ihr zu und Richard nickte. „Wie können wir ihr helfen?“, fragte Julius. 

„Am besten suchen wir sie und reden noch mal über alles.“, meinte Richard. 

„Wir könnten ihr doch anbieten mit zu uns zu kommen.“, sagte Anne. 

„Anne, das ist klasse.“, stimmte Richard ihr strahlend zu.  

„Genau. Los, wir suchen sie.“, sagte Julius und sprang auch schon auf.


George war zu ihrem alten Schiffswrack gefahren. Jetzt lag sie in ihrer Hängematte und dachte nach.

„Mir ist langweilig.“, stellte sie fest.

„Tim, Lucky, wollen wir mit Sammy den Schatz suchen?“, fragte sie, als es nicht mehr ging mit der Langeweile. Tim und Lucky hatten auch keine Lust einfach nur rumzusitzen und so gingen die drei zum Reiterhof. 

George holte Sammys Halfter und ging auf die Koppel. Dort pfiff sie einmal kurz und eins der grasenden Pferde hob den Kopf. Es war Sammy. George pfiff nochmal und Sammy trottete gemächlich zu ihr. George streifte ihm das Halfter über und führte ihn am Strick aus der Koppel zum Anbinde Balken. Sie band ihn schnell an und flitzte wieder in die Sattelkammer, wo sie Sammys Trense holte. Sie ging zu Sammy und gab ihm erst mal ein Leckerli, dafür das er gehorsam gekommen war. Danach trenzte sie ihn. Satteln tat sie Sammy nicht, sie wollte nämlich ohne Sattel reiten.

George holte einen kleinen Hocker und stellte ihn hin. Sie band Sammy los und führte ihn so zum Hocker, dass sie mithilfe des Hockers aufsteigen konnte. Endlich saß sie auf Sammys Rücken und ritt los. 

Tim und Lucky folgten ihr. 

Als George sich an das ungewohnte Gefühl gewöhnt hatte trabte sie ruhig an. Tim und Lucky rannten hinterher. Bald sah sie einen Baumstamm, der sehr hoch war. Um darüber springen zu können musste sie angaloppieren. Also galoppierte sie an und sprang über den Baumstamm. Im Galopp ging‘s weiter. Tim und Lucky waren auf den Baumstamm gesprungen und dann wieder runter. So kamen auch sie über das Hindernis. 

George ritt weiter und unternahm einen langen Ausritt, der sie von ihrem Kummer befreite.
Anne, Richard und Julius fuhren mit dem Fahrrad auf der Dorfstraße entlang. Sie vermuteten das George irgendwo in diese Richtung gefahren sein musste, weil sie immer aus der Richtung kam.

Sie bogen, zu Georges Glück, schon früh in den Wald ein, sodass sie Georges altes Wrack nicht sahen.  

„Wo geht’s jetzt lang?“, fragte Anne unsicher als sie an eine Gabelung kamen.

„Ich glaube da lang.“, meinte Julius und zeigte auf ein Schild das den rechten Weg wies. Er war sich aber genau so unsicher wie Anne und Richard. 

Die drei fuhren so noch eine ganze Weile im Wald herum. Bis sie dann endlich feststellten, dass sie sich verlaufen hatten.  

„Lasst uns eine Pause machen.“, meinte Richard keuchend.  

„Ja. Wir kommen jetzt eh nicht weiter. Wenn ich bloß wüsste wo wir sind.“, stimmte Julius ihm zu.

Die drei setzten sich ins Gras. Zum Glück hatte Tante Fanny den dreien was zu Essen mit gegeben. 

„Habt ihr Hunger?“, fragte Julius, ihm knurrte der Magen.

„Klar. Was hat uns Tante Fanny allesmitgegeben?“,  war die Antwort von Richard. 

„Ähm. Also ein dutzend Brote mit Schinken, Ei, Salami und Käse.“ 

„Boa. Das sollen wir alles essen?“

„Glaube schon. Und wenn wir George gefunden haben kriegt sie auch was. Also müssen wir etwas aufheben.“

Die Kinder machten sich ans futtern.


George ritt währenddessen zum Felsenhaus, um sich ein wenig Proviant zu holen. Sie hatte nämlich vor in ihrem alten Schiffswrack zu übernachten.

So stieg sie von Sammys Rücken, belehrte ihn dort stehen zu bleiben und ging ins Haus. Tante Fanny sah sie überrascht an.  

„Wo sind denn Anne, Richard und Julius?“, fragte sie. 

„Woher soll ich das wissen.“, antwortete ihre Tochter mürrisch.

„Weil sie dich suchen wollten.“, erwiderte Tante Fanny. 

„Sie haben mich gesucht?“, fragte George verdattert. 

Fanny nickte. 

„Haben sie gesagt wo sie hin wollten?“, fragte George weiter.  

„Sie wollten, glaube ich, in Richtung Felsenwald.“, meine Tante Fanny. 

„Oh Mist. Dann haben sie sich bestimmt verlaufen. Ich geh und such sie.“, sagte George, nun in leichter Panik und lief schon aus dem Haus. 

Tante Fanny folgte ihr und rief noch „George pass auf dich auf. Es dämmert schon.“

George saß auf Sammys Rücken und ritt los.  

„Keine Sorge. Ich hab doch Tim und Lucky.“, antwortete George und ritt im Hetzgalopp los. 

Sie jagte mit Sammy über die Wiesen. Es dauerte nicht lang und sie erreichte den Felsenwald.

„Tim, Lucky sucht die Geschwister. Sucht.“, kommandierte George ihre Hunde. Die schnüffelten und fanden sofort eine Spur.

„Super. Weiter so. Sucht. Sucht weiter.“ 

Dann rannten die beiden Hunde los und George galoppierte hinterher. Als der Wald immer dichter wurde parierte George durch. Jetzt ritt sie im Schritt weiter und rief „Anne, Richard, Julius. Wo seid ihr. Anne, Richard, Julius.“ Niemand antwortete und so liefen die vier weiter in den Wald hinein.


„Wo kann denn George noch sein, Julius.“, quengelte Anne. „Wir haben und verlaufen. Das weißt du doch.“

„Ja. Aber was sollen wir denn sonst machen?“, erwiderte Julius. 

„Julius, Anne hat Recht. Wir können doch nicht die ganze Zeit hier herumirren. Wenn uns jemand sucht, findet der uns nie. Sieh doch, es dämmert schon.“, meinte auch Richard.  

Julius gab sich geschlagen und so setzten sich die Geschwister ins Gras.

„Sucht euch die Stellen wo besonders viel Gras wächst, damit ihr euch ausruhen könnt. Ich werde hier aufbleiben und Wache halten.“, sagte Julius und setzte sich auf eine der Stellen mit besonders viel Gras.

„Na gut. Aber wir wechseln uns ab, ja.“, sagte Richard und sah auf Anne, die schon eingeschlafen war.

„Sieh mal einer an. Anne ist einfach eingeschlafen.“, stellte er grinsend fest.

„Kein Wunder, es muss schon nach neun sein. Der Wald wird immer dunkler.“, erklärte Julius. 

„Hoffentlich findet uns jemand.“, murmelte Richard und dann schlief er auch schon ein.

„Schlaf gut Brüderchen. Mit dem Wache halten wird wohl nichts.“, meinte Julius gähnend.

„Dann muss ich eben alleine aufpassen.“ 

Aber daraus wurde auch nichts, denn das Gras war zu bequem und so schlief auch Julius, fünf Minuten nach seinen Geschwistern, ein.

© by George28

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Kommentare: 5
  • #1

    Linn (Samstag, 23 März 2013 10:14)

    hey, echt tolle ideen wieder=)
    die Stelle, wo sie sich streiten, ist super beschrieben!

  • #2

    George Kirrin) (Donnerstag, 17 April 2014)

    Nicht böse gemeint:Du hast einen Rechtschreibfehler:"Sie bogen,zu Georges Glück,schon früh in den Wald ein,sodass sie Georges altes Frack(!!!!!) nicht sahen:"
    Heißt aber doch eigentlich "Wrack" oder?=)
    Aber sonst super!=)

  • #3

    George28 (Donnerstag, 17 April 2014 15:13)

    Danke! Ich hab das ne Zeit lang immer so geschrieben, bis mein Opa mir gesagt hat, dass es mit W geschrieben wird x'D Beim Korigieren habe ich das da dann wohl übersehen x'D

  • #4

    George Kirrin) (Freitag, 18 April 2014)

    Ist ja nicht schlimm ich mache auch sehr viele Rechtschreibfehler!=) Aber du schreibst ja so viel (Und Schön) Da übersiht man bestimmt mal was!=)

  • #5

    George28 (Freitag, 18 April 2014 23:14)

    Stimmt auch wieder ^^

Ich bin KEINER der Fünf Freunde Schauspieler, nur ein Fan!



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